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Wie eine eingeschlagene Autoscheibe meinen Tag durcheinander wirbelte

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Ihr Lieben, an manchen Tagen wird mir wieder ganz bewusst: Man kann so wenig im Leben planen. Manchmal kommt alles anders. 

Wie ich darauf komme? Nun, lasst mich erzählen, was bei mir vor zwei Tagen so los war. 

Es war kalt in Berlin, minus drei Grad, aber die Sonne schien und der Himmel war blau. Ich war mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht und da hilft bei mir nur eins: Joggen gehen. Klar, mein innerer Schweinehund rief: "Spinnst Du? Es ist saukalt!". Ich trickse den Schweinehund dann immer aus, indem ich einfach schon in Sportklamotten in die Schule/Kita fahre und von dort aus direkt richtung Wald, in dem ich laufen gehe. 

Kurz nach 9 joggte ich also los, meine Runde dauert etwa 40 Minuten. Nach dem Joggen wollte ich schnell nach Hause, unter die Dusche und dann arbeiten, bis ich die Kinder wieder abhole. Während ich lief, ging mir das Herz auf. Die Sonne, die Stille. Ich war so dankbar dafür, dass ich mir ab und zu den Luxus gönnen kann, morgens laufen zu gehen. 

40 Minuten später verließ ich den Wald, mein Auto stand noch etwa 100 Meter entfernt, als ich sah, dass Leute um mein Auto herum standen. Da ich kurzsichtig bin, konnte ich aber nichts Genaueres erkennen. Als ich näher kam, sah ich: Das sind Polizisten. Ich dachte: "Verdammt. War da Halteverbot?" Ich spurtete hin und rief: "Haaaaalt, bitte keinen Strafzettel!" Der Polizist sagte: "Nö, ne eingeschlagene Scheibe!"

Ein sehr unnetter Mensch hatte mir also während ich joggen war, die Beifahrerscheibe eingeschlagen und wollte meine Handtasche, die er unter der Jacke auf dem Beifahrersitz vermutete, klauen. Natürlich lag meine Handtasche auch unter der Jacke, denn ich Naivling dachte: Zugedeckt sieht die keiner und wer soll morgens um neun schon meinen 19 Jahre alten Golf aufbrechen?

Weil ein Anwohner aber mitbekam, dass da jemand meine Scheibe einschlug und los brüllte, machte sich der Dieb auf und davon - ohne meine Handtasche. Ich hatte also Glück im Unglück. Denn Geldbeutel und Handy waren tatsächlich noch da. 

Ich fuhr also direkt und noch in Joggingklamotten zum VW Händler. An der Tür des Büros klebte ein Zettel, auf dem man darauf hinwies, dass leider fast alle Mitarbeiter krank seien - nur ein armer Kerl hielt noch die Stellung. Was für mich eine Stunde Wartezeit bedeutete. 

Als ich endlich dran kam und meine Versichungskarte auf den Tisch legte, sagte der Mann, ich sei hier falsch, weil meine Versichung mit Vertragswerkstätten zusammen arbeiten würde. Da war ich kurz davor, mich auf den Boden zu schmeißen. Wäre ne gute Idee gewesen, ZUERST Die Versicherung anzurufen. Wieder was gelernt. 

Die Vertragswerkstatt war natürlich nicht um die Ecke. Dort angekommen musste ich natürlich wieder warten, dann sagte man mir, ich hätte keinen Anspruch auf einen Ersatzwagen. Ganz toll, wenn man auf das Auto angewiesen ist, um die Kids von der Schule/Kita abzuholen. 

Ohne Ersatzwagen und weil kein Carsharing-Auto in der Nähe war, bin ich dann in Joggingklamotten und mega hungrig eine halbe Stunde nach Hause gelaufen, wo ich mir gerade noch einen Topf Nudeln machen konnte, um dann in den Bus zu steigen und die Kids abzuholen. 

Was habe ich mich über mich selbst aufgeregt. Dass ich so dumm war, die Handtasche im Auto zu lassen (auch, wenn sie verdeckt war), dass ich nicht zuerst die Versicherung angerufen hatte, was mich viiiiieeeeel Zeit gekostet hat. 

Aber alles in allem war ich auch froh. Dass ich keine Ämter-Rennerei vor mir habe, weil alle Ausweise weg sind. Dass mein Handy mit all meinen Fotos und Kontakten noch da ist. 

Aber vorallem habe ich mal wieder gemerkt: Jeder Tag ist anders. Oft kommt alles anders als man denkt. Da hilft nur Sich-Schütteln und ein leckeres Stück Kuchen. 

Tags: Planen, Berlin, Tag, Einruch, Auto, Leben0Stadtleben

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